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Das Projekt "Lernen durch Lehren mit digitalen Medien"

Die Deutsche Schule Málaga hat sich mit einem ITG-Projekt an der Exzellenzinitiative Innovatives Lernen 2011 von Frau Staatsministerin Cornelia Pieper beteiligt und errang hierbei einen Sieg. Das Projekt ist an das didaktische Konzept des Lernens durch Lehren (LdL) von Jean-Pol Martin angelehnt, erweitert dieses jedoch um die methodische Schwerpunktsetzung auf digitale Medien.

Idealerweise finden sich weitere Schulen, die sich an den kommenden Ausschreibungen im Rahmen von Exzellenzinitiativen oder auch anderen Wettbewerben beteiligen möchten oder auch an Partnervorhaben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule Málaga interessiert sind.

  

1. Ziele / Mehrwert:

Das Projekt erweiterte den auf Jean-Pol Martin zurückgehenden Ansatz des Lernens durch Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht um die wesentliche Komponente der Lernformen mit digitalen Medien. Konkret ging es darum, dass Schüler der Stufe 12 im Fachbereich Geographie Unterrichtsinhalte für Schüler der Klassen 9/10 mittels neuer Medien didaktisch aufbereiten und vermitteln, um mithilfe der gewonnenen Daten ein generalisiertes didaktisches Konzept Lernen durch Lehren mit Neuen Medien zu begründen.


Das Projekt zielte somit allgeimein auf eine Datengewinnung ab, die Lehrenden ausländischer und innerdeutscher Schulen für eigene Projekete dienlich werden sollte. Diese wurde durch den einer exemplarischen Erprobung (s.o.) folgenden Konzepttransfer vorbereitet. Die angestrebte Datengewinnung und –präsentation konnte wichtige Impulse für andere Schulen setzten, unter Anlehnung an das aufgezeigte Konzept, eigene Projektideen zum multimedialen Lernen in Gruppen zu generieren und zu realisieren. Bezogen auf die beteiligten Lerngruppen hatte das Projekt die Vermittlung von geographischem Kernwissen sowie das Einüben von Schlüsselkompetenzen (Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen) zum Ziel, die durch auf Gruppenentwicklung ausgelegte Sozialformen und die Nutzung digitaler Medien geschult wurden. Die Arbeitsphasen (vgl. 1.2) waren so gewählt, dass die didaktisch-methodischen,sprachlichen und interkulturellen, unternehmerischen und MINT-Kompetenzen der Schüler um die Medienkompetenzen und das multimediale Lernen ergänzt werden konnten. Die Kompetenzförderung erfolgte teamdynamisch über die Anstrengung der kollektiven Intelligenz der Gruppen, einem Kernaspekt des „Lernens durch Lehren“.
 
2. Kurzbeschreibung
 
In insgesamt sieben Stunden unterrichteten Schülerinnen und Schüler eines Oberstufenkurses Erdkunde (Stufe 12ab) insgesamt vier Lerngruppen der Klassen 9 und 10. Thematisch bildeten in dieser ersten Phase jene Inhalte Schwerpunkte, die gemäß Spiralcurriculum sowohl in der Mittel- als auch in der Oberstufe zu unterrichten sind. Der innovative methodische Fokus lag während des gesamten Projektverlaufs auf dem intensiven Einsatz solcher digitaler Medien, welche in der heutigen Zeit unabdingliche Zukunftskompetenzen ausbilden.
Das Thema war entsprechend des Spiralcurriculums "Strukturwandel in den Vereinigten Staaten von Amerika", ein Thema, das sowohl in der Ober- als auch in der Mittelstufe zu unterrichten ist. Die Oberstufenschüler bereiteten im Verlauf des Halbjahres die Unterrichtsgestaltung vor, wählten Medien aus, gestalteten gruppenbasiert Präsentationen, erarbeiteten E-Learning-Courselets und entwarfen Verlaufspläne für die einzelnen Unterrichtsstunden.
Das Projekt kam insgesamt auf Lernenden - wie auf Lehrendenseite, aber auch bei den beteiligten Kolleginnen und Kollegen sehr gut an. Insbesondere die Unterrichtsphasen in den Klassen 10 verliefen überaus vielversprechend, auch was den Lernertrag angeht, der über die bearbeiteten Materialien abgelesen werden kann. In einer sehr großen Klasse 9 kam es vereinzelt zu Disziplinproblemen, die die Intervention von beaufsichtigenden Lehrkörpern nötig machte.
Das Feedback der beteiligten Lehrkräfte fiel gemischt aus. Einige waren so beeindruckt, dass sie baten, die Aufsicht im Projekt für anderen Kollegen übernehmen zu dürfen. Andere hielten die teilweise sehr auf neue Medien bezogenen Unterrichtsphasen für interessant, aber nicht für sie geeignet. Für das Projekt mussten einige Kollegen ihren Unterricht freigeben.  Ein Kollege stand daher dem Projekt von Anfang an überaus kritisch gegenüber, übernahm keine Aufsicht und beschwerte sich darüber, seine Physikstunden für das Projekt opfern zu müssen.
 
3. Erfolgsindikatoren:
 
Schüler der aktuellen Stufe 11 des GK haben darum gebeten, ein ähnliches Projekt durchführen zu dürfen. Alle Lernendengruppen wollen verstärkt die digitalen Medien, die sie kennen gelernt haben, selber anwenden lernen. Ein Beispiel hierfür ist das Teampräsentationswerkzeug Prezi, das onlinebasiert Gruppenpräsentationen ermöglicht. Alle befragten Schüler wollen weiterhin mit E-Learning-Courselets arbeiten.
 
4. Weiterarbeit nach der "Testphase":
 
Die Erfahrungen im Verlauf der exemplarischen Umsetzung des Konzepts am gewählten Beispielfach (Schuljahr 2011/2012) werden in einer zweiten Phase (ab Schuljahr 2012/2013) zu einer Konzeptgeneralisierung und zum Transfer auf andere Fachbereiche genutzt. Diese Transferphase wird begleitet durch eine breite Qualifizierung des übrigen Kollegiums (SchiLF-Veranstaltungen, Pädagogische Tage etc.), um das Gesamtkonzept „Lernen durch Lehren mit digitalen Medien“ innerhalb des methodischen Profils der Schule weiter zu verankern. Die Transferphase mündet in einen Material- und Methodenpool für Lehrerinnen und Lehrer aller Auslandsschulen, welcher auf einer schuleigenen Website zum Thema oder im Econtent-Bereich der Virtuellen Institution DS Málaga online präsentiert wird.

Im Schuljahr 2012/2013 wurde das Konzept von den Fachbereichen Physik, Chemie und Kunst umgesetzt. Das Feeback von Lernenden und Lehrenden war abermals überaus positiv.

5. Zufriedenheitsgrad

 
Bisher erscheint uns das Projekt insbesondere für die Klassen 10 und 12 sehr erfolgreich, insbesondere, weil die Inhaltsvermittlung auf einer sprachlich großen Nähe zwischen Vermittelnden und Lernenden erfolgen kann.
 
6. Mehrwert des Projektes für das Deutsche Auslandsschulwesen im Gesamten
 
Junge Menschen aller Nationalitäten sind heutzutage gefordert, digitale Medien schulisch/beruflich aber auch privat kompetent zu nutzen, im Team zu arbeiten, strukuturiert zu denken und ihre Phantasie effizient für unternehmerische Planungsaktivitäten einzusetzen. All diesen Ansprüchen trägt unser Projekt Rechnung.
Zudem zeigt das Projekt, dass "Lernen durch Lehren" auch im Bereich des deutsschprachigen Fachunterrichts (DFU) wichtige Fortschritte erzielen lässt, denn sprachlich bewegen sich die Lehrenden und Lernenden sehr nahe beieinander. Das Konzept "Lernen durch Lehren" fordert sie heraus, aus unterschiedlichem muttersprachlichen Kontext stammend, dennoch gemeinsam in der deutschen Zielsprache Probleme aber auch Lösungsansätze methodisch angemessen zu versachlichen und zu versprachlichen.
 
Für die Deutsche Schule in der Provinz Málga ist aus dem Projekt in Bezug auf den DFU der Impuls erwachsen, die Neuen Medien verstärkt im Unterricht zur Geltung kommen zu lassen.
  
Der Geldpreis wurde dazu genutzt, die ausstehenden Schritte (über die Anschaffung von leistungsfähiger Hardware, Fortbildungsveranstaltungen etc.) zu ermöglichen. Insgesamt war die Exzellenzinitiative eine interessante Herausforderung, unsere didaktische Arbeit zu präzisieren und unsere Schule auch didaktisch stärker nach außen zu präsentieren.
Die Initiative hat aber auch zu einer ganzen Reihe von Zusatzbelastungen geführt, die organisatorisch nicht immer leicht im Schulalltag integrierbar waren. Dennoch ist unsere Schule überaus stolz, zu den Preisträgern der Exzellenzinitiative zu gehören und möchte sich auch in Zukunft an ähnlichen Initiativen beteiligen.


Aufgaben:

1. Überlegen Sie, welche der von Ihnen aktuell unterrichteten Lerngruppen Sie sich in einem LdL - Projekt vorstellen könnten. Notieren Sie zu jeder Lerngruppe stichwortartig Besonderheiten, Stärken und Schwächen, die für das Projekt relevant werden könnten.

 


 

 

 
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