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Aufblühen durch Medienkompetenz im Unterricht

Digitale Medien sinnvoll in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren, kann zu einer höheren Unterrichtsqualität beitragen. Daher sollen an dieser Stelle mit Hilfe eines Lehr-Lern-Modells all jene Unterrichtsbereiche aufgezeigt werden, in denen digitale Medien sich konstruktiv auf den Lehr-Lern-Prozess auswirken. Der Qualitätszuwachs durch die Einbeziehung der neuen Medien vollzieht sich dabei jeweils auf verschiedenen Ebenen:

Auf der Ebene der Inhaltserschließung wird kognitiv eine größere Anschaulichkeit und eine leichtere Vernetzung mit Bekanntem erzielt, indem beispielsweise aus einem breiten Spektrum an geeigneten Darstellungs- und Visualisierungsformen ausgewählt werden kann.

Neue Techniken effizient zu nutzen, vermittelt auf der methodischen Ebene den Schülern Könnens- und damit Selbstbewusstsein. Dies kommt psychologisch insbesondere jenen Lernenden entgegen, die Lernschwächen oder Defizite im Spracherwerb aufweisen.

Aber auch auf der Ebene der Kommunikation vermögen digitale Medien als Bezugspunkt die Denklinien von Lernenden und Lehrenden einander anzunähern, sodass ein größeres Verständnis des Vermittelnden wie auch des Vermittelten erreicht wird. 

 

(Abb. 1: Orangenblüten in Marbella / Andalusien)

 

Erschließung des didaktischen Nutzens mittels eines Lehr-Lern-Modells

Um den didaktischen Nutzen neuer Medien begründen zu können, soll an dieser Stelle exemplarisch auf ein Modell zurück gegriffen werden, das über seine Integration in die gegenwärtige Lehrerausbildung an Studienseminaren einen hohen Praxisbezug aufweist. Es ist das Modell des Lehr-Lern-Prozesses nach J. Leisen.

 

(Abb. 1: Modell des Lehr-Lern-Prozesses nach J. Leisen / zum Vergrößern anklicken!)

Diesem Modell zufolge vollzieht sich guter Unterricht als konstruktivistisch-hermeneutischen Lernprozess, der sich auf Seiten der Lernenden in der Schaffung von Lernprodukten sowie deren Diskussion im Plenum manifestiert.

Detailierte Ausführungeb zu diesem Modell findet sich u. a. unter:

http://www.aufgabenkultur.de/seiten/0%20Aufgabenkultur%20im%20Lehr-Lern-Modell/1%20Das%20Lehr-Lern-Modell%20ists.pdf

 

Die Neuen Medien können den Unterrichtsverlauf nach diesem Modell in folgenden Phasen sinnvoll unterstützen?

1. Der Problemerfassung, indem z. B. effiziente Visualisierungs- Markierungs- und Darstellungstechniken digitaler Medien ausgenutzt werden.

2. Der Vorstellungsentwicklung, indem die Lernenden z. B. aktiv das Einstiegsmedium manipulieren (Markieren, erstes Strukturieren, Eliminieren, Hinzufügen von Elementen etc). Dieser Schritt vollzieht sich somit nicht auf rein kognitiver Ebene, sondern erfolgt unter Einbeziehung von praktischem Handeln z. B. am Whiteboard oder am PC.

3. Die Lernprodukterstellung, indem z. B. Darstellungsformen gewechselt, Informationen recherchiert (z. B. per Internet), Daten generiert und in entsprechender Form in das Lernprodukt eingebracht werden (z. B. Verfassen von Wikiartikeln, Diagrammerstellung, Mental Maps etc.).

4. Die Diskussion des Lernprodukts, die eine ansprechende Präsentation und Möglichkeiten der Veränderung impliziert (z. B. mit Prezi, Ahead etc.)

5. Der Definition aber auch der Sicherung des Lernzugewinns, indem Wissen in Form relevanter Merkbilder, Courselets oder Texten vervielfältigt und dauerhaft gespeichert werden kann (z. B. im Ordner virtueller Klassenräume, Dropbox etc.).

6. Dem Transfer, indem z. B. mittels Visualisierung vorhergehende Unterrichtsschritte memoriesiert und z. B. grafisch der konkrete Stundengegenstand innerhalb eines allgemeinen Sachkontextes positioniert wird.

 

 

 

 
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