login

 

Beispielmedium: XMind

Pluralismus und Heterogenität als Kennzeichen von Auslandsschulen

An Auslandsschulen sind Lerngruppen, in denen Haupt- Real- und Gymnasialschüler unterschiedlicher Muttersprachen gemeinsam unterrichtet werden, eher die Regel als die Ausnahme. Zudem verstärken insbesondere in DFU-Klassen weitere Faktoren die Divergenzen in Bezug auf das Leistungsvermögen der Schüler.

(Abb 1: Lerngruppe im DFU-Fach Physik / Foto: Dr. Werner)

 

Das Aufzeigen der Ursachen für das hohen Maß an Heterogenität führt zur Frage nach den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Der folgende (unvollständige) ad-hoc-Entwurf verdeutlicht, dass eine Betrachtung von vier miteinander verknüpften Ebenen aufschlussreich sein kann.

(Abb. 1: XMind-Entwurf D. Munthin / zum Vergrößern anklicken!)

 

In ein und derselben Schule / Institution finden sich grundlegend verschiedene Gruppen, die Muttersprachler (z. B. DaM = Deutsch als Muttersprache, SaF = Spanisch als Muttersprache) oder Lernende verschiedener Sprachkreise (z.B. DFU-Gruppen, AGs etc.) vereinen.

Die Heterogenität der DFU-Regelklassen beruht darauf, dass Schüler unterschiedlicher Kulturkreise und intellektueller Niveaus zusammengeführt werden. Divergenzen bezüglich Motivation und Vorerfahrungen der Lernenden verstärken die Unterschiede, sodass vom motivierten leistungsstarken Schüler, (der leider kaum Deutsch spricht) bis hin zum leistungsschwachen deutschen Muttersprachler ein breites Spektrum vorhanden ist.

Den Unterschieden gehen neben den individuellen Voraussetzungen der Lernenden auch auf unterschiedliche Bildungssysteme zurück, deren Prägung die Lernenden und die Lehrenden in die deutschen Schulen einbringen.

Eltern, die ihre Kinder an ausländischen, in der Regel kostenpflichtigen Privatschulen anmelden, sind häufig nicht nur auf der Suche nach einer qualitativ hochwertigen Ausbildung. Status- und Prestigedenken, persönliche Beziehungen und andere Gründe können zu einer bewusste Abgrenzung von öffentlichen Schulangeboten führen und in unterschiedlicher Weise zu einer Einflussnahme auf die Deutsche Schule motivieren.

All diese Faktoren schlagen sich im Selbstverständnis der Schüler und des inländischen Lehrpersonals, sowie deren Lern- und Lehrkonzepten nieder. Die Bildungssysteme wiederum werden über die jeweilige Landeskultur und die Politik bestimmt, wie der folgende Ausschnitt der obigen Abbildung zeigt.

 Fazit: Diagnose und Binnedifferenzierung

Es ist nicht immer einfach, dem hohen Maß an Pluralismus und Heterogenität didaktisch sinnvoll zu begegnen. Doch es gibt eine Reihe von hilfreichen Maßnahmen. So legen die obigen Betrachtungen unter anderem nahe, (neue) Lerngruppen mittels geeigneter Diagnoseinstrumente zu analysieren. Die hierüber gewonnenen Daten können anschließend in die methodisch-didaktischen Überlegungen für einen geeigneten, binnedifferenzierenden Unterricht einfließen.

 


Aufgaben:

1. Bestimmen Sie, welcher Schultyp in Deutschland (HS, Gym, GS, RS etc.) in Bezug auf Heterogenität am ehesten den deutschen Auslandsschulen entsprechen könnte. Notieren Sie mögliche Gründe hierfür.

2. Downloaden Sie die freeware Xmind (PC) / Xmind (Mac). Installieren das Programm und starten Sie es. Downloaden Sie die Datei Heterogenität an Auslandsschulen und bauen Sie die Ergebnisse aus Aufgabe 1 in eine modifizierte Mindmap "heterogene Schulen" ein.

 

 
Dirk Munthin: Kontakt/Impressum